Bracenet besucht Lebenshilfewerk Neumünster

Enge Partnerschaft mit dem Lebenshilfewerk Neumünster

Seit Dezember 2016 arbeiten wir schon mit dem Lebenshilfewerk Neumünster (LHW) zusammen. Wie die Zeit vergeht! Ein guter Moment, um innezuhalten und zu reflektieren: Das waren drei Jahre Partnerschaft auf Augenhöhe, drei Jahre gemeinsamer Fortschritt, drei Jahre Unterstützung und Produktinnovation. Denn das LHW übernimmt nicht nur einen Teil der Produktion von Bracenets, sondern entwickelt auch gemeinsam mit uns Lösungen für neue Produkte.

Dass wir so schnell wachsen konnten, ist daher nicht zuletzt ein Erfolg für das LHW. Wir sind dankbar für ihren Einsatz und stolz auf unsere erfolgreiche Zusammenarbeit. Deshalb stehen wir im engen Austausch und waren auch kürzlich erst wieder zu Besuch in Neumünster. Mit dabei: Ein paar unserer neuen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die das LHW zum ersten Mal kennenlernen – und die nehmen euch jetzt mit auf ihre Tour durch das LHW!

Was ist das Lebenshilfewerk Neumünster?

Doch bevor wir mit unserer Tour durch die einzelnen Produktionsteams beginnen: Was ist das Lebenshilfewerk Neumünster eigentlich genau? Kurz gesagt: Das LHW verhilft Menschen mit Behinderung zu einem selbstbestimmten Leben mit größtmöglicher Selbstständigkeit. Dazu bietet es Unterstützung und Förderung in der Schule, Arbeit und Freizeit, stärkt Stärken und schwächt Schwächen. Hier haben alle die gleichen Rechte und alle das Recht, anders zu sein – denn hier heißt es Gemeinsamkeit statt Diskriminierung, Zusammenhalt statt Ausgrenzung und Fürsorge statt Gewalt. 

Mit einem breiten Angebot geht das LHW auf die einzelnen Bedürfnisse der Menschen ein und ermöglicht ihnen, sich zu entfalten sowie an der Gesellschaft und am Arbeitsleben teilzuhaben. Diese Möglichkeiten erstrecken sich über mehrere Werkstätten, in denen die ungefähr 320 Beschäftigten unter Aufsicht ihrer insgesamt 40-50 Betreuern und Betreuerinnen arbeiten. Gleich drei Produktionsteams sowie die Medienwerkstatt und das Lager unterstützen uns tatkräftig in der Fertigung unser Produkte und Entwicklung neuer Ideen.

Zu Besuch bei der Produktion im Lebenshilfewerk Neumünster

Marco, Produktionsleiter des LHW, begrüßt uns zu unserer Tour. Er kennt unser Gründungsteam Benjamin und Madeleine seit Beginn der Zusammenarbeit vor über drei Jahren. Er ist genauso stolz auf unsere Partnerschaft wie wir – und dankt uns, dass wir immer Verständnis haben und nicht verlangen, dass schneller produziert werden müsse. Das ist für uns selbstverständlich, denn auch hier gilt unser Motto: Slow Fashion und Wertschätzung statt Fast Fashion und Druck.

Jetzt geht es los auf die Tour durch die Produktionsteams des LHW. All unsere Kollegen und Kolleginnen geben sich sehr viel Mühe und nehmen sich die Zeit, uns die einzelnen Arbeitsschritte im Detail zu zeigen und unsere Fragen zu beantworten. Auf geht’s!

Produktionsleiter Marco trägt noch sein erstes Bracenet – ein Atlantic Sea.

Vorbereitung der Bracenets

Das erste Produktionsteam, das wir besuchen, unterstützt uns bei der Fertigung der Bracenets mit Magnetverschluss. Unter Anleitung der Betreuerinnen Christel und Wally bereiten Jeanette und Basti die Bänder vor, sodass ein anderes Team später die Verschlüsse anbringen kann. Basti schneidet die Netzstränge zu und befreit die Knoten von den Querverbindungen. Er ist längst Profi darin, denn er fertigt schon seit drei Jahren Bracenets. Es braucht viel Ausdauer und Geduld – aber es macht ihm Spaß und er ist froh über die ruhige Arbeit.

Basti hat seine Arbeit immer gut im Blick.

Gegenüber von Basti sitzt Jeanette. Ihr fehlt die Geduld für die Knoten, deshalb nimmt sie die fertigen Netzstränge von Basti und trimmt sie auf die richtige Länge für die Bracenets zu. So ergänzen sich Basti und Jeanette gegenseitig – aber nicht nur bei der Arbeit, wie sie uns verraten, denn sie sind sogar verlobt! Gemeinsam arbeiten sie immer einen halben Tag lang an den Bracenets. Christel kontrolliert alle Bänder – und ist immer sehr zufrieden mit den Ergebnissen. Basti und Jeanette haben zuhause beide ein Red Sea, doch am liebsten fertigen sie Bracenets aus etwas dickeren Netzsträngen, da diese einfacher zu handhaben sind.

Jeanette bereitet ein Adriatic Sea in Größe M vor.

Kleben der Verschlüsse

Sobald die vorbereiteten Bänder geprüft sind, werden sie von Anja, Katrin und Emily aus Katjas Team mit den Magnetverschlüssen verklebt und fertiggestellt. Dazu haben sie ihr eigenes System entwickelt, von dem wir selbst noch lernen können: Sie legen die Verschlüsse in eine Schablone aus Holz, in der sie sicher stehen, füllen sie anschließend mit Kleber und fügen im letzten Schritt die geschnittenen Bänder hinzu. Sobald sie getrocknet sind, werden sie zu uns ins Hamburger “Netquarter” geschickt.

Katjas Team stellt die Bracenets fertig – läuft wie am Schnürchen!

Anders als Jeanette und Basti arbeitet Katjas Team am liebsten mit dem Adriatic und Baltic Sea – denn diese sind dünner und einfacher in die Verschlüsse zu kleben. Aber auch die anderen Bracenets fertigen sie gern: Denn mit Bracenet habe jeder das Gefühl, am Schutz der Umwelt beteiligt zu sein sowie Meere und Tiere zu retten, bestätigt Katja.

Fertigung der “One Fits All”- Bracenets

Unsere Tour führt weiter zum Team von Elke und Dennis, das uns in der Fertigung von Henkeln für unsere Soulbottles sowie unseren größenverstellbaren Bracenets unterstützt. Durch das Verschieben der Knoten passen diese Bracenets um jedes Handgelenk. Die Technik dafür hat dieses Produktionsteam selbst entwickelt – nur ein Beispiel für die großartige Hilfe und Kreativität des LHW. Das Team fertigt meist den ganzen Tag über Bracenets, wenn wir nicht wieder gemeinsam an neuen Produktideen arbeiten, und hat dabei jede Menge Spaß. Was für neue Produktideen? Alles zu seiner Zeit!

Das LHW fertigt auch die Netz-Henkel für unsere Soulbottles.

Alex zeigt uns, wie er die Henkel für die Soulbottles und die größenverstellbaren Bracenets fertigt – und es geht so schnell, dass wir mit unseren Augen kaum folgen können. Elke und Dennis sind stolz auf ihre Gruppe, denn ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen haben sich mit viel Geschick und Fingerfertigkeit eingearbeitet, während die Aufgabe für andere Werkstätten zu schwierig sei. Natürlich läuft es nicht an jedem Tag gleich schnell, doch hier gibt es keinen Platz für Stress – denn auch wenn das LHW als Dienstleistungsunternehmen für andere Firmen produziert und sie diese Möglichkeit sehr schätzen, kommen Wohl und Gesundheit immer an erster Stelle. Deshalb wiederholen Elke und Dennis Marcos Dank, dass wir keinen Druck aufbauen, sondern partnerschaftlich zusammenarbeiten.

Alex begutachtet ein größenverstellbares Baltic Sea, das er gerade gefertigt hat.

Gravieren der Verschlüsse

In der Medienwerkstatt des LHW arbeiten Gunnar, Tobias und Patricia gemeinsam mit acht Beschäftigten. Die Medienwerkstatt bietet ein Angebot für etwas kompliziertere Arbeit – denn um all die verschiedenen Maschinen hier zu bedienen, müssen die Beschäftigten viele Details erinnern und die Arbeit am Computer beherrschen. Die Werkstatt bietet eine große Auswahl an Produkten und Dienstleistungen, von Textildruck und Prägung zu Digitaldrucken jeglicher Art, wie Canvas, Klebefolien für Wände und Fahrzeuge, und viel mehr.

Coole Wandposter – die Arbeit der Medienwerkstatt lässt sich blicken

Zwei Maschinen für Lasergravuren, die sie zum Beispiel für Glas, Holz sowie für die Tubes unserer größenverstellbaren Bracenets verwenden, gehören mit zur Ausstattung. Zum Beispiel hat die Medienwerkstatt für unsere Kooperation mit Werder Bremen das Logo des Fußballvereins in die Verschlüsse graviert, sowie die Anhänger für die GoodNet-Kampagne. Wie das ganze funktioniert und aussieht, dürfen wir auch gleich beobachten: Nachdem alle Einstellungen am Computer getroffen und die Verschlüsse in der Maschine angeordnet sind, legt der dünne Laserstrahl los – mit erstaunlichen 5 Metern pro Sekunde. Wir warten nicht lange, schon sind die Verschlüsse fertig, mit makellosem Logo von Werder Bremen. Tobias selbst ist aber St. Pauli-Fan – und kurzerhand prägt einer unser Neumünsteraner Kollegen uns ein paar Schneidebrettchen mit dem Logo von St. Pauli. Vielen Dank für das liebe Geschenk!

Frisch graviert – danke!

Lagerung der Netze

Zuletzt besuchen wir auf unserer Tour das Lager des LHW. Hier beginnt und endet die Produktion der Bracenets in Neumünster: Die Beschäftigten schneiden die Netze vor, sodass die anderen Teams die Netze in kleineren Teilen verarbeiten können, und senden uns die fertigen Pakete anschließend nach Hamburg. Außerdem lagert hier ein Großteil unserer Netze. Die Netze kommen nach ihrer Bergung zunächst zu unserem Partner Nofir, wo sie gereinigt, gelagert und vorsortiert werden. Die Netze, die sich für unser Upcycling eignen, werden anschließend in unsere Manufaktur oder zum LHW in Neumünster gebracht. Hier liegen sie in riesigen Säcken gestapelt – und man mag den Augen kaum trauen, in so vielen Farben leuchten sie. Wir haben uns einen Überblick über die Farben, Arten und Menge der Netze verschafft, einige Proben mit zurück in die Manufaktur gebracht und arbeiten bereits fleißig an vielen Ideen für neue Produkte. Bleibt gespannt!

Wir haben noch einige Farben auf Lager!

Mehr Informationen über das Lebenshilfewerk Neumünster

Um mehr über das Lebenshilfewerk Neumünster zu erfahren, schaut einfach auf ihre Website. Ihr könnt sie auch direkt besuchen und unterstützen – zum Beispiel über einen Einkauf in der Gärtnerei Pfauenhof oder der Töpferei, Kaffee und Kuchen im Café Olé oder durch einen Auftrag für die Medienwerkstatt. Die größenverstellbaren Bracenets, bei deren Produktion das LHW uns unterstützt, könnt ihr jetzt übrigens auch über unseren Online-Shop kaufen.

In der Töpferei des LHW finden sich viele gute Geschenkideen!

Danke, liebes Lebenshilfewerk Neumünster, für den tollen Tag bei euch – und natürlich für unsere Zusammenarbeit! Wir haben uns sehr gefreut, euch wieder zu besuchen, neue Einblicke in eure Arbeit zu bekommen und hatten eine Menge Spaß.  Uns verbindet eine besondere Partnerschaft und wir freuen uns auf euren Besuch bei uns!

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