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5 Dinge, die du über Geisternetze wissen solltest

Unsere Produkte wie unter anderem die Bracenets, Hundeleinen oder Surf Leash String  bestehen aus Geisternetzen, das hast du bestimmt schon mitbekommen. Aber was sind das eigentlich, warum sind sie ein Problem und warum entwickeln wir daraus neue Produkte? Hier klären wir dich in fünf Punkten darüber auf. So verstehst du die Geschichte hinter deinem Produkt noch viel besser und kannst deine Freunde und Familie darüber informieren.

1.  Was sind Geisternetze überhaupt und warum sind sie ein Problem?

Geisternetze sind verlorene oder absichtlich versenkte Fischernetze, die durch unsere Ozeane geistern und sinnlos weiter fischen. Klingt gruselig? Ist es auch: Denn sie stellen eine immense Gefahr für alle Meerestiere dar. Jedes Jahr verfangen sich mehrere Millionen Lebewesen in den oft kilometerlangen herumtreibenden Netzen. Auch für Landtiere werden an Land gespülte Netze immer mehr zur Bedrohung, da sie sich in ihnen verheddern können. Immer wieder tauchen erschreckende Fotos von Fischen, Meeressäugern wie Robben, Walen, Delfinen oder Meeresschildkröten auf, die in den Geisternetzen verfangen haben und sich ohne menschliche Hilfe nicht mehr befreien können.

Neuesten Studien nach machen Geisternetze zwischen 30 und 50 Prozent des Plastikmülls in den Weltmeeren aus. Der Große Pazifische Müllstrudel (Great Pacific Garbage Patch) nordöstlich von Hawaii zum Beispiel besteht zu 46 Prozent aus alten Fischernetzen. Eine kaum vorstellbare Größe, denn allein dieser Strudel ist mehr als 4,5 mal so groß wie Deutschland und besteht aus mehr als 80.000 Tonnen Plastik.

2. Wie gelangen die Geisternetze in unsere Meere?

Grundsätzlich sind Geisternetze eine negative Begleiterscheinung der Fischerei. Dabei gelangen die Netze über verschiedene Wege in unsere Meere: 

  • Illegale Fischerei
    • Droht ein illegales Fischerboot gefasst zu werden, kann es vorkommen, dass die Netze über Bord geworfen oder gekappt werden.
  • Wirtschaftliche Ursachen
    • Die Entsorgung von ausgedienten Fischernetzen kann mit hohen Kosten verbunden sein, die einige Fischereien nicht tragen können. Das Netz im Meer zu entsorgen ist dann ihre bevorzugte Alternative.
    • Es wurde ein besonders guter Fang unter Wasser gemacht, doch das Boot hat keinen Platz mehr. Dann kann es schon mal vorkommen, dass am Ende das Netz für den Millionen-Fang vom Boot weichen muss.
  •   Umwelteinflüsse
    • Schleppnetze, die hinter dem Boot hergezogen werden, können an Korallen, Wracks oder anderen Hindernissen am Meeresgrund hängen bleiben und sich dann losreißen.
    • Stellnetze, die fest im Boden verankert sind, können bei starkem Sturm aus ihren Halterungen gerissen und von der Strömung abgetrieben werden.
    • Zudem können bei Schiffsunglücken Netze ungewollt über Bord gehen.
old fishing nets

3. Einmal Plastik, immer Plastik

Lange dienten leicht vergängliche Naturstoffe wie Hanf, Sisal oder Leinen zum Fischen.

Seit gerade erst vier Jahrzehnten erst werden Netze aus Kunststoff in der Fischerei weltweit eingesetzt. Als Geisternetze bleiben sie jedoch mehrere Jahrhunderte lang eine Gefahr für unsere Unterwasserwelt.

Über einen Zeitraum von etwa 600 Jahren zersetzen sich die Netze zu Mikroplastik. Eine erschreckende Zahl, wenn man bedenkt, das die Industrie Kunststoff erst seit knapp 100 Jahren herstellt.In vielen Fischarten, Krebsen, Muscheln und Säugetieren wurden diese kleinsten Teile an Plastik bereits nachgewiesen. In Langzeitstudien wird derzeit erforscht, welche Auswirkungen das auf die Tiere hat – aber auch auf uns Menschen, die zum Beispiel den betroffenen Fisch konsumieren.

4. Der Kampf gegen die Geisternetze

Höchste Zeit also, die Geisternetze einzusammeln und wenn möglich neue Verwendung für sie zu finden. Erste Anstrengungen machen uns Mut: Dünne Stell- und Kiemennetze aus Nylon lassen sich wieder zu Garn spinnen, dicke Schleppnetze zu Pellets einschmelzen. Die Garne können in Bikinis, Sportkleidung oder Rucksäcken zum Einsatz kommen und die Pellets zum Beispiel zu Handyhüllen oder Skateboards verarbeitet werden. 

Auch wir bekämpfen das Problem! Gemeinsam mit unseren Partnern Healthy Seas, Ghostdiving und Nofir holen wir die Netze nun schon seit über 4 Jahren wieder aus dem Wasser. Oft verfangen sich die Netze tief im Meer an Felsen, Korallen und alten Schiffwracks. Unsere erfahrenen Taucher*innen sind jedes Wochenende bei oft gefährlichen Bergungsaktionen weltweit unterwegs.

Nach der Bergung werden die Netze gereinigt und von uns in Handarbeit unter anderem zu Bracenets verarbeitet. Bisher haben wir knapp 5 Tonnen Netz zu Bracenets verarbeitet und damit eine Spendensumme von knapp 90.000 € für unseren Partner Healthy Seas generiert. Diese Spenden finanzieren anschließend weitere Tauchgänge zur Bergung von Geisternetzen und Präventivmaßnahmen.  

Wir wollen aber nicht nur die Symptome bekämpfen, sondern auch die Ursachen!

Mittlerweile ist unser Netzwerk so gut ausgebaut, dass wir aktiv mit Communities und Fischereibetrieben in Küstenregionen zur Prävention zusammenarbeiten. Fischereien treten ihre alten Netze direkt an uns ab, damit diese gar nicht erst zu Geisternetzen werden. 

ghost net retrieval
Ghost Diving Greece bei einer Bergungsaktion

5. Das kannst du persönlich gegen Geisternetze tun!

  • Denke über deinen eigenen Fischkonsum nach. Wo und wie wird der Fisch gefangen, der auf deinem Teller landet? Wird darauf geachtet, die Umwelt und Fischbestände zu schonen? Die jeweiligen Einkaufsratgeber zu Fisch von Greenpeace und WWF helfen dir dabei, die richtigen Antworten zu finden.
  • Rede über das Thema! Wir haben oft erlebt, dass das Bracenet ein guter Gesprächsaufhänger ist. Viele kennen das Problem noch gar nicht. 
  • Spende an Projekte, die sich dem Kampf gegen Geisternetze verschrieben haben. Unsere Partner Healthy Seas und Ghostdiving leben allein von Spenden. Jede Spende hilft, neue Bergungsfahrten oder Präventivmaßnahmen zu finanzieren. Für jedes verkaufte Produkt spenden wir übrigens auch direkt an Healthy Seas.
  • Du siehst Netze? Sammel sie ein! Vielleicht können wir sogar etwas damit anfangen. Wir haben eine Plattform, über die du sie uns zusenden kannst. → https://bracenet.net/netquarter/

Du siehst also: Geisternetze sind ein Problem, doch vielversprechende und erfolgreiche Bemühungen gehen dagegen an. Mehr und mehr Leute reden über Geisternetze, Journalist*innen schreiben über das Thema und selbst die Politik wird langsam auf das Thema aufmerksam. Auch du kannst persönlich Einsatz zeigen – und wenn wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen, können wir viel bewegen!

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