Warum wir Tiere nicht tracken und weshalb echter Schutz ohne Eingriffe funktioniert

Warum wir Tiere nicht tracken und weshalb echter Schutz ohne Eingriffe funktioniert

Tracking klingt im ersten Moment nach moderner Wissenschaft. Satellitendaten, Karten, Punkte, die sich über den Ozean bewegen. Viele Projekte verkaufen genau das als Fortschritt im Artenschutz. Doch je tiefer wir uns mit dem Thema beschäftigt haben, desto klarer wurde uns, dass klassisches Tiertracking oft mehr schadet als hilft. Denn damit Tiere verfolgt werden können, müssen sie meist zuerst eingefangen, festgehalten oder sogar betäubt werden. Anschließend werden Transponder oder Sender mit Widerhaken am Panzer oder an der Haut befestigt oder implantiert. Diese Eingriffe können Verletzungen, Entzündungen und Infektionen verursachen und das natürliche Verhalten der Tiere verändern. Manche Tiere verlieren dadurch Energie oder Orientierung und einige überleben diesen Eingriff nicht. Tot durch Stress oder Entzündungen sind leider oft die Folge. Für uns fühlt sich das nicht nach Schutz an, sondern nach unnötiger Belastung.

Was zusätzlich kaum jemand bedenkt ist, dass viele dieser Sender sich mit der Zeit lösen oder abbrechen. Sie gehen verloren und bleiben im Meer zurück. Aus einem angeblichen Naturschutzwerkzeug wird dann schlicht zusätzlicher Müll im Wasser. Plastik, Elektronik und Batterien treiben im Ozean und belasten wieder genau die Tiere, die eigentlich geschützt werden sollen. Gleichzeitig sind die gewonnenen Daten oft weniger wertvoll als man denkt. Sie sind unvollständig, veraltet oder liefern kaum echten wissenschaftlichen Mehrwert. Das Tier trägt also das Risiko, während der Nutzen gering bleibt. Dieses Verhältnis stimmt für uns einfach nicht.

Als wir die Idee hatten, getrackte Tiere live in unsere Kommunikation einzubauen, haben wir bewusst das Gespräch mit Organisationen gesucht, die täglich mit diesen Arten arbeiten. Sowohl Janek Andre von den Iberian Orca Guardians als auch Martin Stelfox vom Olive Ridley Project haben uns klar davon abgeraten. Beide verfolgen denselben Ansatz wie wir. Schutz darf niemals auf Kosten der Tiere gehen. In diesem Moment war uns sofort klar, wir wollen kein Tagging für Konsum. Wir wollen schützen und unterstützen.

Wir arbeiten jetzt erneut mit dem Olive Ridley Project zusammen, weil ihre Forschung genau auf diesem respektvollen Prinzip basiert. Dort werden keine Sender angebracht und keine Tiere manipuliert. Die Arbeit erfolgt über langfristige Beobachtung im natürlichen Lebensraum. Wenn Tiere sich sicher fühlen, kehren sie von selbst immer wieder an die gleichen Orte zurück. Man kann sie beim Fressen, Schlafen oder beim Eier ablegen beobachten und dokumentieren, ohne ihr Verhalten zu verändern. Genau so entstehen ehrliche, belastbare Daten und echter Schutz. Wissenschaft, die respektiert statt eingreift und die ohnehin gesammelt werden und einen Sinn haben. 

Mit unserer Hope Edition könnt ihr genau diesen Ansatz unterstützen. Der Name den ihr gewählt habt, könnte hier nicht besser passe. Ihr begleitet Hope auf Basis wissenschaftlicher Beobachtungen aus ihrem natürlichen Habitat, ohne dass sie dafür einen Sender tragen oder verletzt wird. Wir möchten damit ein Zeichen setzen gegen unnötiges Tiertracking und gegen Projekte, die vor allem unseren Wunsch nach Konsum bedienen, aber wenig für die Tiere tun. Wir möchten eine gute Alternative sein. Auch für Unternehmen und aufklären. Schaut deshalb immer genau hin, wo euer Geld wirklich landet und welche Arbeit tatsächlich dahinter steckt. Für uns bedeutet Naturschutz, die Tiere in Ruhe zu lassen und ihnen den Raum zu geben, einfach Tiere zu sein. Manchmal hilft man am meisten, indem man nichts festhält.

➡ Hier kannst du die Hope Edition unterstützen


Retour au blog